Samstag, 23. Juli 2005

Taizé - eine Tankstelle für die Seele

In einer wunderschönen Landschaft im französischen Burgund umgeben von Weinanbau liegt auf einem kleinen Berg die Gemeinschaft von Taizé. 1940 von Bruder Roger gegründet um Kriegsflüchtlinge aufzunehmen und ein Zeichen der Hoffnung zu setzen, hat er immer nach Anhängern seiner Vision gesucht. Mit der Zeit wurde ihm bewusst, dass Jugendliche in der heutigen Gesellschaft - speziell was den Glauben angeht - oft unsicher und perspektivlos sind. Sie können sich mit einem teils über 2000 Jahre alten Buch nicht identifizieren, oft ist der Sinn des Glaubens nicht klar. Dies spiegelt sich in den Statistiken fast aller Kirchengemeinden wider, dramatischer Rückgang der Mitglieder und Gottesdienstbesucher. Ich meine, es liegt daran, dass die Kirche es nicht schafft sich anzupassen. Die Zeiten ändern sich, das Monopol, die Einzige Gemeinschaft in Dorf/Gegend/Stadt zu sein längst verloren. Anpassungsversuche werden gewagt, selten, zu selten. Amerikanische Weisen, zum Beispiel Gospelchöre, definieren Glauben ganz neu, halten aber am Sinn der Gesellschaft fest. In Deutschland, oder sogar Europa, existiert so etwas nur unter besonderen Umständen. In meiner Gemeinde, der Luisengemeinde Berlin, Partnergemeinde der Kaiser- Wilhelm- Gedächtniskirche, Berlins berühmtester Kirche, leuchtete vor Jahren ein Funke Hoffnung auf, angefacht von Pfarrer Bernd Jürgen Hamann. Der „Rockerpfarrer“ sprach sich für monatliche Rockmessen aus, in der anstatt traditioneller Orgelmusik (Rock-) Bands zur Begleitung der Lieder spielten. Der Jugend gefiel es, die Konfirmandengruppen (von denen es immer um die drei parallel gab) waren viel besser besucht, als die der umliegenden Gemeinden.
Zurück nach Frankreich. Im direkten Gegensatz zu den Statistiken der Kirchenbesuche, wurde die Begegnung in Taizé immer populärer. Zu den Stoßzeiten Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Sommerferien sind 6000 Jugendliche keine Seltenheit mehr. Angereist kommen sie hauptsächlich in Reisebussen, oft organisierte Gruppen, aber auch viele „Individualisten“. Es gibt auch die Möglichkeit mit Linienbussen aus der nächsten großen Stadt Lyon, oder mit dem eigenen Auto anzureisen. Untergebracht wird man in Baracken von vier bis zwölf Betten pro Zimmer, in großen 30- Mann Zelten oder in selbst mitgebrachten Zelten. Das „Publikum“ ist sehr international, hauptsächlich europäisch. Mit den Geldbeträgen, die von Land zu Land unterschiedlich sind, wird der Besuch Menschen aus Entwicklungsländern ermöglicht. Die Brüder akzeptieren keine direkten Spenden, man kann aber zur Übernachtung mehr als den Mindestbetrag zahlen (für Deutschland werden 5,50€ bis 7,50€ empfohlen) und in der „Exposition“ auf dem Gelände Anhänger, Postkarten, (Lieder-) Bücher und Töpferwaren für einen eher symbolischen Preis erwerben.
Die Atmosphäre ist unglaublich schön, die Messen dreimal täglich, in denen hauptsächlich gesungen wird, treiben einem schnell die Tränen in die Augen. Innerhalb einer Woche besinnt man sich, was zählt im Leben, was einem wichtig ist. Man tauscht sich aus über Gott, Erfahrungen und Einstellungen, hat Spaß am lebendigen Miteinander, ob es abends beim Gitarrespielen ist, beim Warten aufs Mittagessen oder nachmittags in der Sonne während man dem Plätschern der nahen Quelle lauscht. Eine Meinung, die man oft hört ist, dass eigentlich „alles scheiße“ ist: Essen, Toiletten und Übernachtung sind wahrlich höchstens akzeptabel, dennoch ist der darauffolgende Satz meistens: „Aber es ist so geil.“ Vieles ist unbeschreiblich, man muss es einfach selbst erlebt haben.
Wenn man eine weitere Woche in Taizé bleibt, ist es beliebt ins Schweigen zu gehen, einer besonderen Art der Besinnung, in der man seperat untergebracht wird und mit den Brüdern tiefgehende Gespräche führt. Leute, die längeren Aufenthalt haben, gelten als „Permanents“, sind komfortabler untergebracht und werden verantwortungsvolleren Aufgaben zugeteilt. Zivildienstleistende bekommen ihr Jahr angerechnet.
Mein erster Besuch in Taizé wird mit Garantie nicht der Letzte sein und eines Tages darf ich vielleicht stolz erzählen, noch von Frère Roger persönlich gesegnet worden zu sein, der - während ich da war - bewundernswerterweise fast jeden Gottesdienst beehrte, trotz seines Alters und Gesundheitszustandes. Wenn dann für ihn die Zeit gekommen ist, die letzte Reise anzutreten, darf er stolz behaupen, dass er etwas erreicht hat und sein Leben einen Sinn hatte.

Donnerstag, 7. April 2005

schule. und dann?

man verdammt,
wie oft meinten wir schon scheiß schule
(hab nen achtstundentag hinter mir)?
was is scheiße?
ich mein ja nur. das is voll kindisch.
man muss viele sachen im leben machen, die einem nicht unbedingt spaß machen.
wieso nicht schon an der schule üben.
wer hier scheitert (schwänzt), der wirds nicht weit bringen.
man lernt was, umsonst. also kostenlos.
stimmt schon, es gibt viele situationen, in denen man denkt "verdammt, was sitzt ich hier? brauch ich später nie wieder".
und jetzt, da wir freiwillig in der schule sind um so mehr.
da find ich das amerikanische system gut:
du darfst (nachdem du lesen und schreiben gelernt hast) alles bis auf ein paar kernfächer selbst wählen. man kann sogar "nichts" auswählen. das nennt sich dann study hall.
um zu beweisen, dass man dann später fürs college tauglich ist, muss man aber anspruchsvollere kurse auswählen, in denen man dann credits gutgeschrieben bekommt. mit ner bestimmten anzahl lassen sie dich dann auch da hin.
und hier?
damit du kunst studieren darfst musst du all möglichen scheiß aus der naturwissenschaft lernen.
jaja, schadet ja nie.
also immer schön lauscher auf und brav dasitzen.

kennt ihr das? nach den ferien freut man sich morgens auf die schule. zumindest is das oft bei mir so.
weil man viele freunde und gute bekannte endlich wiedersieht. auch wenn man während der ferien zuhause geblieben ist, hat man sich selten mit mehr als fünf leuten gleichzeitig getroffen.
und da ist es schön mal wieder action zu haben.
ohne die schule würden viele von uns vertrocknen.
weiß gar nicht genau, ob ich auch dazu gehöre.

nun gut genug für heute.
marc, du denkst zuviel.

Montag, 10. Januar 2005

Chillen is gut?

Chillen ist gut .
Chillen ist ein etablierter Begriff in der deutschen Jugendsprache genauso wie Lebensstil. Chillen ziehen viele Leute in unserem Alter regelmäßig, bzw ständig durch... Manche Verrückte haben sogar den Traum nach Jamaica auszuwandern. Ich chille auch.
Aber im geregelten Maße. Auf jeden Fall kommen jeden Montag meinen engsten Freunde zusammen. Meine Freunde? Was sag ich da bloß? Meine Familie! Meine Chillacrew. Wir hören Bob Marley, ziehen an einer frisch gestropften Shisha und essen Pizza, wie sich das für ein Chillnachmittag/abend gehört. Viele Leute sehen es schon als Aufgabe zu chillen. Heute heißt es nicht mehr "Ich mach ein Nickerchen bevor ich mich an die Hausaufgaben machte", es heißt viel mehr "erstmal chill ich nen paar Stunden und dann geht es ab!"
Man benutzt "chillen" nicht nur als genaue Defintion sondern auch als Verallgemeinerung. Man kommt nach Hause von einer gemütlichen Runde bei der man Shisha geraucht hat, Bobby gehört, Pizza gegessen und man viel geredet hat, aber wenn man dann gefragt wird, was man denn die ganzen Stunden lang gemacht hat, kommt nur "Wir haben gechillt". Dann ist es doch eine berechtigte Frage, ob wir nun diesen Lebensstil, bzw dieses Wort, welches eigentlich kühl stellen heißt, leben oder nicht?
Sollten wir nicht einfach chillen und diese Frage ignorieren oder uns gechillt hinsetzen und das gechillt ausdiskutieren?

Samstag, 18. Dezember 2004

wann fängt die zukunft an?

war heut ma wieder n bisschen in berlin city cruisen.
in der gegend baustelle berlin hauptbahnhof lehrter stadtbahnhof und regierungsviertel. da ham die ja das gesamte ufer der spree neu designt und das sieht so verdammt future aus. alles grade und elegant und naja futuristisch halt. nich so stadttypisch. so steril. alles dunkel (weil es schon abend war) und leer. kein mensch. mitten im city center. gegenüber die flutlichtbaustelle der deutschen bahn. ein zwei jogger sind mir begegnet. bänke, eine nach der anderen überdacht von beton. weiter richtung abgeordnetenkindergarten. dann guck ich da in dieses regierungshaus. menschenleer. meterhoch meterweit ist die halle, abgegrenzt durch eine klare glaswand. da drin bestimmt angenehme zimmertemperatur, draußen klirrend kalt. meine hände frieren trotz handschuhe.
berlin ist pleite. warum merkt man das dort nicht? es sieht eher nach dem gegenteil aus. aber man muss nur mal durch wohngegenden fahren, aus mitte raus, nein, sogar in mitte: schon mal nen richtig schönen kinderspielplatz außerhalb von zoo oder anderen parks mit eintritt gesehn? oder andere soziale sachen, die dem volk zugute kommen, nich irgendwas wo man mit kalten fingern vor ner glasscheibe chillt und eigentlich nichts von hat?
traurig? ansichtssache, mich störts nich unbedingt... ich brauch keine spielplätze, bin da eher ähh unkompliziert. ich cruise vorbei und gucks mir an und hab nen schönen tag.
und wenn dann der fernbahnhof fertig ist, gibts wieder n einkaufszentrum mehr.
leute geht arbeiten, gebt das geld aus, geht arbeiten, sitzt zu hause rum (sofern ihr eins habt). aber blos nich nach draußen, weil die gesellschaft kinderspielplätze abgeschafft hat. setzt euch in ein cafe. gebt euer geld aus. geht arbeiten.
was ist leben?

marc, du denkst zuviel. hals maul geh schlafen.
is zu philosophisch

Freitag, 17. Dezember 2004

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mfg

was geht?

tach auch...
erster eintrag im blueblog.
der anfang einer neuen ära oder nur weiterer müll im worldwideweb?
we will see...
also ich werds ding hier glaub ich dann ma regelmäßig zumüllen.

mfg mcf

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najaaaaaaaaaaaaaaaaaa..... aber ein aha.... mit viel...
Terra - 2005-01-12 16:43
ja genau
es war schon lange mal fällig eine gute definition...
charliehumble - 2005-01-10 19:02

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Zuletzt aktualisiert: 2005-07-23 13:12

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